Ich werde oft auf die Tatsache angesprochen, dass ich mit Kettlebells trainiere. Noch öfter aber werde ich gefragt, warum ich mich (als Frau) mit diesem Gerät bzw. dieser Trainingsmethode so intensiv beschäftige. Nachfolgend möchte ich Dir erzählen, wie ich zum Training mit den Kugelhanteln gekommen bin und warum es mich so begeistert.

Kettlebells habe ich zum ersten Mal 2008 gesehen. Damals habe ich in einer orthopädischen Rehabilitationseinrichtung in Köln ein Praktikum bei Till Sukopp gemacht. Kettlebells wurden bei ihm ganz gezielt in der Rehabilitation seiner Patienten eingesetzt. An einen ganz bestimmten Moment erinnere ich mich noch sehr genau: eine ältere Dame, (ca. 70 Jahre alt) ist mit zwei Kettlebells im Farmerswalk durch die Praxis gegangen. Diese Szene ist mir immer noch sehr präsent, denn genau in diesem Moment wusste ich, dass ich auch unbedingt den Umgang mit Rundgewichten erlernen wollte! Voller Tatendrang habe ich zunächst das Einsteiger- und Fortgeschrittenen Seminar bei Till besucht, um mit dem nächsten Schritt Kettlebell-Instructor zu werden. Kettlebells begleiten mich also schon eine ganze Weile. Doch was hebt das Training mit den Kugeln von anderen Trainingsmethoden ab?

Besonders begeistern mich die kurzen und intensiven Workouts. Da mir im Alltag oft die Zeit fehlt ins Fitnessstudio zu gehen, trainiere ich fast immer zu Hause. Mehr als eine Matte und ein paar Kettlebells benötige ich nicht um ein effektives Workout durchzuführen. Nach spätestens 30 Minuten bin ich mit dem Training fertig. Dadurch, dass bei vielen Übungen mehrere Muskeln und sogar ganze Muskelketten gleichzeitig angesprochen werden, dauern Kettlebellworkouts meistens nicht lange.
Außerdem lernt der Körper bei dieser Art von Workout sich als funktionelle Einheit zu bewegen. Somit fallen z. B. körperliche „Anstrengungen“ (wie das hochheben eines Wasserkastens ins Auto) im Alltag viel leichter. Durch die intensive Belastung werden beim Kettlebellworkout im Vergleich zu anderen Trainingsformen sehr viele Kalorien verbraucht. Die Figur wird zunehmend athletischer, der Körper straffer und die Muskeln definierter (vor allem Arme, Po und Beine – Bereiche, die gerne von Frauen trainiert werden).

Wie jede Trainingsmethode bringt auch das Kettlebelltraining seine Vor- und Nachteile mit sich. Als größten Nachteil sehe ich die Tatsache an, dass es einer Einweisung durch einen erfahrenen Trainer bedarf. Bewegungsaffine Personen können hingegen mit Hilfe von Videotutorials oder Büchern autodidaktisch den Umgang mit den Eisenkugeln erlernen. Außerdem fehlt es im Training an ziehenden und horizontal drückenden Bewegungen. Wer mit Kettlebells trainiert sollte also immer weitere Übungen, wie beilspielsweise Klimmzüge oder Liegestütze ergänzen. Die schweren Kugeln sind außerdem nicht mal eben mit in den Urlaub zu nehmen.

Nichts desto trotz lohnt es sich die Zeit zu nehmen und den Umgang mit Kettlebells zu erlernen. Ich baue Kettlebells in mein Training und in das Training meiner Kunden regelmäßig ein und bin von den Ergebnissen begeistert! Viel Spaß beim Training mit meinem Lieblingstrainingsgerät.

Eure Alexandra